Substrat-Einlagerung

Die Tendenz zu grofier werdenden BGAs und die zunehmende Zahl von BGAs sorgen fur immer mehr Anbauflachen fur Energiepflanzen. Diese erfordern eine hohere Hackslerleistung, mehr Transportmittel und grofiere Silos bzw. mehr Lager- kapazitaten. Die Lagerung an sich ist dabei ein Schlusselelement: es ist die best — mogliche Methode in Bezug auf Qualitatserhaltung anzustreben.

Nicht nur aus technischer Sicht ist die richtige Substratlagerung wichtig, sondern auch wirtschaftlich betrachtet kann die Substrateinlagerung deutlichen Ein — fluss auf die BGA haben. Neben den Transportwegen sind hier besonders die Art und die Technik der Einlagerung zu beachten. Substrate werden dabei z. T. ganz unterschiedlich behandelt und gelagert. Bereits bei der Wahl des Lagerplatzes gibt es verschiedene Konzepte.

Ublich ist die zentrale Lagerung direkt auf dem Gelande der BGA. Aber auch dezentrale Losungen zur Lagerung des Substrates sind moglich. Der klare Vorteil der zentralen Lagerung vor Ort ist der in der Regel deutlich geringere logistische Aufwand wahrend des regularen Betriebes der BGA. Zwischen den Ernten wird ublicherweise nur ein Teleskoplader benotigt, um das Substrat von der Silageplatte zum Einfullbehalter zu fahren. Grofieres Gerat ist meist nicht von Noten. Daneben hat das Substrat vor Ort oft eine sehr konstante Silagequalitat, was die Steuerung des biologischen Prozesses vereinfacht. Da die Silage vor Ort nicht noch einmal zwischengelagert werden muss, bevor sie in den Fermenter eingebracht wird, sind bei ansonsten gleicher Lagerung auch die Silierverluste etwas geringer als bei dezentraler Lagerung. Allerdings sind bei der zentralen Lagerung zunachst hohere Investitionskosten erforderlich, da zum einen mehr Flache benotigt wird, um die Siloplatten und eventuell Seitenwande (verringern Silierverluste) zu erstellen. Zum anderen sind auch das Herrichten der Flache und der Bau der Siloplatten etc. zu berucksichtigen. Im Betrieb ist es ebenfalls wahrscheinlich, dass zumindest nach einigen Jahren Reparaturbedarf bei der Siloanlage entsteht.

Bei der dezentralen Lagerung befindet sich die Silage nicht bei der BGA, sondern sie wird ausgelagert, eventuell sogar an verschiedenen Platzen (in der naheren Umgebung). Diese Losung bietet sich an, wenn in unmittelbarer Nahe bereits eine BGA oder andere Betriebe mit entsprechenden Lagerkapazitaten fur einen „Jahres — vorrat“ der benotigten Silage vorhanden sind. Die Silage wird dann in kurzeren Abstanden bzw. kontinuierlich in kleineren Mengen zur BGA geliefert. Zwar spart man bei den Investitionskosten Flache und Siloanlage, dafur ist der logistische Auf­wand aber dauerhaft relativ hoch. Obwohl im optimalen Fall die liefernden Lastzuge gleich den Garrest abfahren und somit Leerfahrten vermieden werden, ist der Per — sonalaufwand hoher als bei zentraler Lagerung. Sofern bei der BGA ohnehin kein Platz fur eine Siloanlage zur Verfugung steht, ist die dezentrale Lagerung, sofern sie sich wirtschaftlich durchfuhren lasst, obligatorisch.

Sollte die Moglichkeit bestehen, zwischen zentraler und dezentraler Lagerung zu wahlen, sollte man neben der Zusammenstellung aller Kosten auch Silagequalitat und gesicherte Verfugbarkeit in die Uberlegungen mit einbeziehen. Daruber hinaus ist das hohere Verkehrsaufkommen bei dezentraler Lagerung bezuglich der Akzeptanz der BGA bei der ortlichen Bevolkerung ein nicht zu unterschatzender Nachteil.

Bei der Einlagerungstechnik gibt es ebenfalls Unterschiede. Energieruben z. B. konnen wahrend der kalten Jahreszeit als ganze Frucht in der Miete lagern, sie konnen gewaschen und grob gehackselt in einer Lagune oder in Schlauchen mit Erde abgedeckten siliert oder zu Mus verarbeitet und dann in Tanks siliert werden (Hartung 2011). Alle vier beispielhaft genannten Verfahren haben Vor — und Nach — teile, die individuell auf das jeweilige Anlagenkonzept passen konnen/mussen.

Die vier hier erwahnten Verfahren werden in der genannten Reihenfolge anspruchsvoller und teurer, jedoch verbessert sich damit die Lagerfahigkeit zuneh — mend. Weiterhin nehmen die „Energie“-Verluste des Substrates wahrend der Lagerung bei den anspruchsvolleren Verfahren zunehmend ab. Ob der Einsatz der teureren Verfahren wirtschaftlich sinnvoll ist, hangt sehr vom Anlagenkonzept bzw.

den Gegebenheiten vor Ort und auch von genehmigungsrechtlichen Faktoren ab. So scheidet z. B. die Lagune als Losung sehr schnell aus, wenn sich Anwohner uber den Geruch beschweren, oder der Abwasserzweckverband bzw. die Umwelt — behorde das Grundwasser etc. durch die offene Lagerung gefahrdet sehen.

Fragen, die Einfluss auf die Menge und die Lagerung der zu verwendenden Ruben haben, sind z. B.:

• Gibt das Anlagenkonzept vor, dass die Ruben nur als Nebensubstrat in der Ernte — zeit bzw. der kalten Jahreszeit von Oktober bis Februar/Marz zugemischt werden konnen?

• Soll die Rube in der kalten Jahreszeit Hauptsubstrat sein, weil sie lokal zu guns — tigen Konditionen zu bekommen ist?

• Soll die Rube aufgrund ihres schnellen Ansprechverhaltens im Fermenter nur zur Aussteuerung von Bedarfsspitzen genutzt werden?

• Soll die Rube sogar ganzjahrig in kleineren oder grofieren Mengen eingesetzt werden (bis hin zur Monovergarung)?

Mais hingegen wird klassischer Weise in gehackselter und gepresster Form als Ganzpflanzensilage gelagert. Obwohl es bei der Lagerung nicht so grofie Unterschiede wie z. B. bei der vorgenannten Energierube gibt, kann sie auch hier grofien Einfluss auf die Qualitat und damit auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage haben. Zu fragen ist unter anderem:

• Wie ist die Beschaffenheit der Bodenplatte?

• Liegt die Silage nur als Haufen vor oder gibt es Wande zur Verringerung der Silierverluste (Ruck — und oder Seitenwande)?

• Wurde die Silage hinreichend verdichtet?

• Welche Qualitat hat das Abdeckmaterial und wie schnell wurde abgedeckt?

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